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NID "NitratInformationsDienst"

Der NID stellt eine Information über das Nmin-Potenzial und somit über den Vorrat an Nitratstickstoff im Boden zur Verfügung. Ziel ist eine bedarfsgerechte Düngung zu Weizen, Triticale und Mais und somit eine Verringerung des Nitrataustrags ins Grundwasser.

Nitratinformationsdienst (NID) – Mais 2025

Mit einer Anpassung der Stickstoffdüngung an den Vorrat an mineralischem und damit pflanzenverfügbarem Stickstoff im Boden wird sowohl eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sichergestellt als auch ein Nitrataustrag ins Grundwasser vermieden. Der Nitratinformationsdienst liefert dazu die aktuellen Düngeempfehlungen jetzt auch für Mais.

Für Teilnehmer an der ÖPUL-Maßnahme Vorbeugender Grundwasserschutz – Acker (GRUNDWasser 2030) ist in Oberösterreich eine Düngung zu Mais mit leichtlöslichen, stickstoffhaltigen Düngern generell erst ab 22. März möglich. Grundsätzlich muss die Düngung unmittelbar vor dem Anbau erfolgen.

Für die Empfehlungen wurden vom 25. Februar bis 13. März 48 Schläge auf der nördlichen (24) und südlichen (24) Traun-Enns-Platte in einer Tiefe von 0 - 90 cm beprobt (getrennte Beprobung der Tiefenstufen 0 - 30 cm, 30 - 60 cm und 60 - 90 cm) und der mineralische Stickstoff analysiert (Nitrat in allen 3 Tiefenstufen, Ammonium in 0 - 30 cm). Ab einem bestimmten Vorrat an mineralischen Stickstoff im Boden kann Stickstoffdünger eingespart werden. Dabei ist von den Düngeempfehlungen der Richtlinien für die sachgerechte Düngung auszugehen.

Zur Interpretation der Ergebnisse wurden mögliche Einflussfaktoren auf den Vorrat an mineralischem Stickstoff erhoben. Das waren die Vorfrucht, die Zwischenfrucht, eventuell bereits erfolgte Düngegaben im Herbst, der Viehbesatz (Veredlungsbetrieb oder Marktfruchtbetrieb) und die Bodenverhältnisse.
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Maisdüngung – eine bedarfsgerechte Düngung, exakt abgestimmt nach der Ertragslage und dem Stickstoff-Bodenvorrat verhindert Nährstoffverluste ins Grundwasser. © BWSB/Wallner

Vorrat an pflanzenverfügbarem Stickstoff Anfang März 2025

Der Gehalt an mineralischem Stickstoff (Nmin) betrug im Durchschnitt (gerundet) 46 kg N/ha, (im Vorjahr waren es 50 kg N/ha), in den einzelnen Tiefenstufen: durchschnittlich 31 kg in den obersten 30 cm, 10 kg in 30 bis 60 cm und 5 kg in 60 bis 90 cm Tiefe. Die Hälfte der Werte liegen in einem Bereich zwischen 35 und 55 kg N/ha in 0 bis 90 cm Bodentiefe. Zwei Schläge hatten einen Nmin Gehalt unter 20 kg N/ha, sechs Schläge über 70 kg N/ha, der höchste Wert betrug 95 kg N/ha. Die Werte liegen in diesem Jahr somit - bis auf Einzelfälle - auf niedrigem bis mittlerem Niveau.

Unterschiede zwischen Nmin Gehalte von Schlägen in der der nördlichen Traun-Enns-Platte (Bezirke Linz Land und Wels Land) und der südlichen (Bezirke Kirchdorf und Steyr) waren nicht feststellbar. Da ein Großteil der Ergebnisse in einem engen Bereich liegt, ist die Auswirkung der Vorfrucht auf die Höhe der Nmin Gehalte gering. Generell sind die durchschnittlichen Nmin Gehalte nach Wintergerste und nach Winterweizen mit 45 kg N/ha ident. Körnermais war in 3 Fällen als Vorfrucht angegeben, die durchschnittlichen Nmin Gehalte liegen bei 40 kg N/ha. Das Einsparungspotenzial bei der Düngung ist aber gering, da nur Beträge über 40 kg N/ha anzurechnen sind. Winterroggen, Wintertriticale, Sojabohne, Zuckerrübe und Körnermaisvermehrung waren jeweils in weniger als drei Fällen als Vorfrucht angegeben, weshalb nicht genügend Vergleichsfälle für eine Auswertung zur Verfügung standen. Nachdem fast alle untersuchten Schläge über den Winter begrünt waren, ist eine Aussage über Unterschiede zwischen begrünten und unbegrünten Schlägen nicht möglich.

Das ergibt nach Vorfrucht Wintergerste und Winterweizen eine Einsparungsmöglichkeit bei der Düngung von 5 kg N/ha. Die empfohlene Einsparung bezieht sich auf die gesamte für den Mais vorgesehene Düngemenge und kann daher beim ersten oder zweiten Düngetermin vorgenommen werden. Als Grundlage für die Einsparung ist eine ertragslagenabhängige Einschätzung des Düngebedarfs vorzunehmen.
Vorschriften hinsichtlich maximaler Gaben- bzw. Einzelgabenbeschränkungen, Düngeobergrenzen laut ÖPUL und NAPV sind einzuhalten. Eine etwaig durchgeführte Herbstdüngung (Zwischenfrucht) und die Vorfruchtwirkung gemäß Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung (NAPV) sind zu berücksichtigen.

Nähere Informationen bei der Boden.Wasser.Schutz.Beratung unter 050/6902-1426 oder www.bwsb.at.

Nitratinformationsdienst (NID) - Ergebnisse und Empfehlungen zu Winterweizen, Triticale und Roggen 2025

Mit einer Anpassung der Stickstoffdüngung an den Vorrat an mineralischem und damit pflanzenverfügbarem Stickstoff im Boden wird sowohl eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sichergestellt als auch ein Nitrataustrag ins Grundwasser vermieden. Der Nitratinformationsdienst liefert dazu die aktuellen Düngeempfehlungen für Winterweizen, Triticale und Winterroggen. Weitere Empfehlungen zu Mais werden bis Ende März zur Verfügung gestellt.
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Heuer waren die Bodenverhältnisse für die Probenziehung, vor allem in den Morgenstunden, optimal. © wpa
Für die Empfehlungen wurden vom 3. bis 5. Februar 2025 30 Schläge auf der nördlichen (15) und südlichen (15) Traun-Enns-Platte in einer Tiefe von 0 - 90 cm beprobt (getrennte Beprobung der Tiefenstufen 0 - 30 cm, 30 - 60 cm und 60 - 90 cm) und der mineralische Stickstoff analysiert (Nitrat in allen drei Tiefenstufen, Ammonium in 0 - 30 cm). Ab einem bestimmten Vorrat an mineralischem Stickstoff im Boden kann Stickstoffdünger eingespart werden. Dabei ist von den Düngeempfehlungen der Richtlinien für die sachgerechte Düngung auszugehen.

Zur Interpretation der Ergebnisse wurden mögliche Einflussfaktoren auf den Vorrat an mineralischem Stickstoff erhoben. Das waren die Hauptfrucht, die Vorfrucht und die Bodenverhältnisse.

Vorrat an pflanzenverfügbarem Stickstoff Anfang Februar 2025

Der Gehalt an mineralischem Stickstoff (Nmin) betrug im Durchschnitt (gerundet) 37 kg N/ha (2024: 29 kg N/ha, 2023: 48 kg N/ha, 2022: 37 kg N/ha, 2021: 49 kg N/ha). In den einzelnen Tiefenstufen waren es durchschnittlich 16 kg in den obersten 30 cm, 13 kg in 30 - 60 cm und 8 kg in 60 - 90 cm Tiefe. Die Werte der heuer untersuchten Schläge lagen zwischen 18 und 81 kg N/ha in 0 - 90 cm Bodentiefe und damit überwiegend auf niedrigem Niveau. Nur vier der untersuchten Feldstücke hatten Nmin-Gehalte im Boden zwischen 50 und 81 kg N/ha.

Unterschiede zwischen den Nmin-Gehalten von Schlägen in der der nördlichen Traun-Enns-Platte (Bezirke Linz Land und Wels Land) und der südlichen (Bezirke Kirchdorf und Steyr) waren gering und nicht signifikant. Im Durchschnitt machte es auch keinen Unterschied, ob Winterweizen oder Triticale angebaut war.

Die am häufigsten vertretenen Vorfrüchte waren Körnermais (15-mal) und Sojabohne (10-mal), außerdem Zuckerrübe (2-mal), Ackerbohne, Körnerraps und Silomais (je 1-mal). Die Vorfrucht Sojabohne führte zu Nmin-Gehalten von durchschnittlich 42 kg N/ha, die signifikant höher waren als jene von Körnermais (30 kg N/ha). Für beide Vorfrüchte ergibt sich daraus aber keine Empfehlung für eine Einsparung bei der Düngung, die erst bei Nmin-Gehalten über 40 kg N/ha sinnvoll ist. Bei den anderen Vorfrüchten wurden plausible Ergebnisse erzielt, die Anzahl der Fälle ist aber für eine Empfehlung zu gering (nach Vorfrucht Ackerbohne 81 kg N/ha, Körnerraps 48 kg N/ha, Silomais 40 kg N/ha, Zuckerrübe 37 kg N/ha).

Empfehlung zu Getreide

Nmin-Vorräte im Boden, die 40 kg N/ha übersteigen, können auf die empfohlene Düngemenge (gemäß Richtlinien für die sachgerechte Düngung) angerechnet werden, ohne dass Ertragseinbußen zu erwarten sind. Werte über 40 kg N/ha wurden im Februar aber nur vereinzelt gemessen, sodass sich unter durchschnittlichen Bedingungen heuer aus den Nmin-Vorräten kein Einsparungspotenzial ergibt.

Es wird daher empfohlen, entsprechend den Richtlinien für die sachgerechte Düngung (8. Auflage) unter Berücksichtigung der Standortfaktoren, insbesondere der Ertragslage, zu düngen. Die heuer festgestellten niedrigen Nmin-Gehalte im Oberboden sollten bei der ersten Düngegabe berücksichtigt werden.
Geltende Obergrenzen, z.B. Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung, GRUNDWasser 2030, pauschale Empfehlungen (RlsgD) und sonstige Vorgaben zur Düngereduktion sind jedoch einzuhalten und bleiben von den Empfehlungen unberührt.

Praktikertipp

Cytokinine sind eine Gruppe von Pflanzenhormonen, die eine zentrale Rolle in zahlreichen Wachstums- und Entwicklungsprozessen der Pflanzen spielen. Das Nitrat wirkt stimulierend auf Cytokinine und damit auf Bestockung, Ährchenanlage und später auf die Speicherzellendifferenzierung im Korn. Deshalb ist Nitrat-Stickstoff die bevorzugte N-Form bei spätem Wachstumsbeginn und bei Trockenheit, aber auch bei schwacher Wurzelbildung, insbesondere im verdichteten Boden. Eine hohe Nitratversorgung verstärkt die Wasseraufnahme, führt zu langen Zellen mit dünnen Zellwänden, zu übermäßiger Bestockung, sofern diese nicht durch Trockenheit begrenzt wird, zu intensivem Blattwachstum mit großen, vor allem langen Blättern, erhöht die Frostanfälligkeit und verzögert die Auslagerung von Assimilaten aus Blättern in die Speicherorgane (Körner). Deshalb ist die Nitrat-Düngung zu gut entwickelten Getreidebeständen mit guter (Fein-) Wurzelbildung weniger zu empfehlen.
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Die Nmin-Werte liegen auch heuer wieder auf einem niedrigen Niveau. © BWSB/Wallner